HORA ist weltweit der erste Hersteller, der Regelventile für COMTES700 lieferte

Mehr Wirkungsgrad mit 700 Grad Celsius

Die Erhöhung des Wirkungsgrades ist in der Kraftwerkstechnik ein heißes Thema - und das buchstäblich. Von herkömmlichen Dampftemperaturen bis zu 600 Grad auf 700 Grad zu kommen, ist Voraussetzung und Ziel - und ein technologisch anspruchsvoller Weg. Diesen bereitet das Projekt COMTES700. Das Kürzel steht für "Component Test Facility for a 700 °C Power Plant". Es wird von der Europäischen Union gefördert - und von HORA als einem der Technologiepartner mit begleitet: Innovationsstärke aus Schloß Holte-Stukenbrock.

Die Dampftemperatur von 600 auf 700 Grad zu erhöhen und damit thermische Wirkungsgrade von über 50 Prozent zu erreichen, ist ein großer Schritt. Was dieser bewirkt, ist physikalisch leicht erklärt: Je heißer der Dampf in die Turbine gelangt, umso mehr Wärmeenergie können die Turbinenschaufeln in Rotationsenergie umsetzen und in den Generator einspeisen. Gleichzeitig sinkt der erforderliche Einsatz von Kohle pro Kilowatt erzeugtem Strom und damit der Ausstoß von Kohlendioxid. Davon pusten die Kohlekraftwerke der Welt gegenwärtig rund acht Milliarden Tonnen jedes Jahr in die Atmosphäre.

Extreme Anforderungen an das Material

Im Gegensatz zu der relativ einfachen Erklärung des Effektes höherer Dampftemperaturen ist der Part der technischen Umsetzung wesentlich schwieriger. Mit dem Schritt von 600 auf 700 Grad bei gleichzeitiger Druckerhöhung auf 350 bar steigen die Anforderungen an die Materialien in extremer Weise. Die heute eingesetzten Werkstoffe halten diesen Bedingungen dauerhaft nicht stand. Gefordert sind neue Materialien für Rohre, Ventile und andere Komponenten für die Kraftwerkstechnik. Sie werden in Form neuartiger und extrem teurer Nickel-Basis-Legierungen entwickelt - und bei uns für die Herstellung 700-Grad-geeigneter Kraftwerksarmaturen weiter verarbeitet.

1,8 Tonnen schwere Innovation von HORA

Wir sind weltweit der erste Ventilhersteller, der Armaturen für diese neue Parameter in der Kraftwerkstechnik liefern kann. Die ersten davon wurden bereits 2005 für Tests geliefert. Gute Erfahrungen in den Vorprojekten führten dazu, dass E.ON die 700-Grad-Spezialisten von HORA mit ins Boot für den Bau und Test eines Hochdruckumleitventils für die groß-technische Anwendung nahm. Das dafür von uns entwickelte und auf Basis neuer Hochleistungs-Werkstoffe gefertigte 700-Grad-Ventil ist "ein Projekt der Formel 1 in der Kraftwerkstechnik", so Franz Hansknecht, Leiter der Produktinnovation bei HORA Power Technology. Die Erkenntnisse aus dieser Technologie bringen uns auch bei den Herausforderungen der konventionellen Kraftwerkstechnik voran.